
Ein Leser hat mir heute eine Email geschickt, die mich überrascht hat. Er schreibt:
“Verschiedene Artikel, die hier veröffentlicht sind, bewegen mich dazu, endlich die seit Jahren anstehende Umorientierung zu wagen!
Meine Bindung zu meiner Frau die ich in sehr jungen Jahren kennengelernt habe und nun schon seit mehr als 21 Jahren an meiner Seite habe und auch meine mittlerweile 14- jährige Tochter hatten mich seither davon abgehalten.
Ich bin zufällig auf deine Seite geraten, als ich über das Leben in den USA gegoogelt habe.
Als ich 1998 für ca. 4 Wochen dort war, meine Tochter noch kein Jahr alt war, hatte ich den Gedanken auszuwandern und habe mich leider von verschiedenen Dingen beeinflussen lassen und es dann mit Rücksicht auf meine Tochter und meine Frau und meiner Bequemlichkeit nicht getan.
Mit 39 Jahren und einiges an Lebenserfahrung mehr habe ich mit der Zeit immer mehr Fernweh bekommen und bemerke dass jetzt der Zeitpunkt ist zu handeln!
Meine Selbständigkeit in der Telekommunikation und meine Familie (die mir sehr viel bedeutet) bestimmen meinen Lebensablauf, und ich funktioniere einfach.
Ich danke dem Zufall und auch deiner Person für die Artikel auf deiner Seite!
Ich wünsche Dir viele kostbare Tage, Monate, Jahre oder Jahrzehnte egal wo du bist.”
Also, wenn man einen Herzenswunsch hat, soll man dem auch folgen – man hat ja schließlich dieses eine Leben. Aber bitte nicht die organisatorischen Aspekte aus den Augen verlieren. Als illegaler Einwanderer hat man meist überall sehr schwer. Ich sage das nur, damit mein Leser sicherstellt, dass er einen Plan hat, der es ihm ermöglicht, in den USA (oder wo auch immer er leben will) Fuß zu fassen. Falls man keine Familie hier hat, die für einen bürgt, gibt es die Greencard-Lotterie.
Vor kurzem hatte ich ein Interview mit der Produzentin Jeanette Buerling, die in besagter Lotterie gewonnen hat, mit ihrer damals noch kleinen Tochter nach Los Angeles auswanderte und nun als erfolgreiche Filmproduzentin Furore macht. Ein Artikel über sie wird im September als Biografie in einer deutschen Tageszeitung erscheinen – ich kann das Material also noch nicht vollständig veröffentlichen. Jedoch kann ich Ihnen hier einen Ausschnitt aus unserem Gespräch bringen, der – wie der Zufall es will- genau zum Brief meines Lesers passt:
JEANETTE BUERLING: Wir haben Verantwortung. Wenn einem die Chance gegeben ist, ein Medium zu benutzen und eine Riesenmasse von Menschen zu erreichen, sollte diese Chance nutzen, um etwas Gutes zu erreichen. Unsere News sind schlimm genug, überall wird Mist gebaut (ist ja auch Job der News) aber wenn wir die Möglichkeit haben, etwas Positives zu zeigen oder zum Denken anzuregen- warum nicht.
DANA HEIDNER: Das ist auch meine Art von Journalismus. Ich versuche, niemanden reinzureissen – es sei denn, er verdient es wirklich.

Jeanette Buerling, Hollywood Producer
JEANETTE BUERLING: Ich finde Geschichten wie deine und meine sind wichtig, um Menschen Inspiration zu geben, damit sie einfach realisieren: wenn man einen Traum hat, dann soll man alles drangeben, um sich den auch zu erfüllen, selbst auf die Gefahr hin, dass man ganz flach auf die Nase fällt. Aber dann kann man zumindest sagen – ich habe versucht, mir meinen Traum zu erfüllen. Sonst lebt man das Leben einfach nur zur Hälfte. Wir haben uns ja unseren Traum erfüllt, sind hierhergekommen und haben gegen alle Schwierigkeiten etwas aus unserem Leben gemacht, einfach weil wir das so richtig finden und unser Leben vollkommen leben wollen. Ich finde es schön, wenn man Leute dazu inspirieren kann, ihren Träumen zu folgen und einfach mutig zu sein und nicht in Angst zu leben. Diese Botschaft, wenn man die rübergeben kann, ich glaube, da erreicht man schon was. Wenn man selber aus dem Nichts kommt und vorleben kann, dass ein ganz normaler Mensch was aus seinem Leben machen kann.
Ohne das wir jetzt intelligenter sind als andere oder irgendwie Besonders. Wir sind ja nicht anders, wir hatten auch unsere Angst, aber wir haben die auf die Seite gelegt.
DANA HEIDNER: Wir habens einfach trotzdem gemacht.
JEANETTE BUERLING: Wir haben das Wort ‘trotzdem’ benutzt und das Wort ‘unmöglich’ aus unserem Wortschatz gestrichen.
Jeanette Buerling produzierte u.a. “Thirteen” mit Mickey Rourke, Jason Statham und 50 Cent, sowie “The Experiment”mit Adrian Brody und Forest Whitaker—ein Remake des deutschen Erfolgs-Thrillers “Das Experiment”.
Zur Zeit arbeitet sie an dem Film “Dark Tide” mit Halle Berry und Olivier Martinez. Ein Portrait von ihr wird am 24. September in der Neuen Westfälischen Zeitung und kurz darauf auf Dana’s Hollywood veröffentlicht.
Dana Heidner is a muli-cultural German living in L.A. with a passion for art, wellness and pop culture as well as a love for good food, fast cars, fashion and... shoes.





