
Disneyland Weihnachtsparade
Na, bereits die Nase voll vom Weihnachtszirkus? Dann ist L.A. der perfekte Ort für Sie. Echte Weihnachtsstimmung sucht man hier nämlich vergebens. Warum? Nun, da ist zunächst einmal das Wetter. Wer nimmt einem Mann im roten Anzug mit weißem Bart schon den Weihnachtsmann ab, wenn draußen um die 20 Grad Celsius herrschen?
Zudem hat L.A. viele Einwohner, die nicht mit dem christlichen Glauben aufgewachsen sind – im Gegensatz zu Deutschland, wo das Christentum derart verbreitet ist, dass christliche Feiertage sogar gesetzlich festgelegt wurden. In der Stadt der Engel hingegen ist Weihnachten nur ein Fest von vielen. Da gibt es noch Hannukah, das Fest der jüdischen Mitbürger, dieses Jahr vom 20.-28. Dezember, und Kwanzaa, das Fest der Afro-Amerikaner, vom 26. Dezember bis 1. Januar.
Hinzu kommt, dass viele Bräuche in den USA anders sind als in Deutschland. So hat sich die englische Festkultur durchgesetzt, nach der die Bescherung nicht am Abend des 24., sondern am Morgen des 25. Dezembers stattfindet. Manche Familien wählen den goldenen Mittelweg und versammeln sich nach der Weihnachtsmesse gegen Mitternacht.
Wer in den kalifornischen Breitengraden doch nicht ganz auf das Weihnachtsspektakel verzichten will, muss suchen. Und wird fündig in der künstlichen Glitzerwelt von Disneyland: Für rund 75 Dollar pro Person (und dieser Preis gilt bereits für Kinder ab 3 Jahren) taucht die konsumbegeisterte Familie in eine üppig dekorierte Traumwelt ein.
Im Rahmen einer täglichen Weihnachtsparade trifft der Besucher auf künstliche Schneeflocken, Mickey Mouse, Donald Duck und Goofy im festlichen Outfit und natürlich den Weihnachtsmann persönlich mitsamt Schlitten und Rentieren. Hollywood, eben.
Daneben gibt es noch einige kleine Gemeinden, die auf eigene Faust etwas zu Weihnachten auf die Beine stellen. Heraus kommt dabei sowas wie die “Candy Cane Lane” in Woodland Hills, wo seit 1952 Palmen mit Weihnachtslichtern bestückt werden und aufblasbare Pinguine mit Plastik-Weihnachtsmännern wetteifern.
Fazit also: Wer zu den Festtagen gern in die USA reisen möchte, aber nicht auf das typische Weihnachtsgefühl verzichten will, sollte Städte wie Chicago, Boston oder New York besuchen. Dort gibt es Kälte, Schnee, Jingle Bells und Weihnachtsstimmung satt. Jemand, der gern auf das typische Weihnachten verzichtet, wird sich dagegen in Los Angeles gut aufgehoben fühlen. Ein weiterer Bonus: Die meisten Angelenos verreisen über die Feiertage, und die Straßen sind so gut wie leer. In Anbetracht des üblicherweise massiven Verkehrsaufkommens in dieser Stadt ist das eine wahre Wohltat.
Dieser Artikel wurde am 17. Dezember in der Neuen Westfälischen veröffentlicht.

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