Tom Benedek, damals noch ein junger Spund aus Great Neck, Long Island – kam mit seinem ersten Drehbuch im Koffer nach Hollywood. Man schrieb 1974. Frisch angekommen, ließ er im Department of Motor Vehicles seinen Führerschein von New York auf Kalifornien umschreiben. Vor ihm in der Schlange stand Jack Nicholson persönlich. Für Benedek, der nicht an Zufälle glaubt, war das wie eine persönliche Begrüßung. Und das war es offenbar auch: in den Achtziger und Neunziger Jahren sollte er einer der erfolgreichsten Drehbuchautoren Hollywoods werden.
Ein Erfolg, der über Nacht kam, war es jedoch nicht: Benedek nahm zunächst Schauspielunterricht, arbeitete in Gelegenheitsjobs, um sich über Wasser zu halten, und schrieb ein Drehbuch nach dem anderen, ohne zu wissen, ob ihm jemals eines seiner Scripts abgekauft werden würde. Und dann kam das Drehbuch, das ihm die Tore öffnete: ein Thriller über einen russischen Geheimagenten, damals, zur Zeit des Eisernen Vorhangs.
Benedek bekam einen Anruf von Laurence Kasdan, der damals gerade begann, als Drehbuchautor Erfolg zu haben: “Star Wars – Das Imperium schlägt zurück” war einer seiner ersten Erfolge. Kasdan meinte, er sei begeistert und wolle diesen Film produzieren. Kasdans Freund Robert Zemeckis, später bekannt durch Filme wie “Zurück in die Zukunft”, “Forrest Gump”, “Cast Away – Verschollen”, sollte Regie führen. Dann aber kam der Dämpfer: keines der Studios wollte diesen Film finanzieren.
Benedek schrieb weiter an neuen Drehbüchern. Sechs Monate später suchte Zemeckis einen Autor für einen Film, bei dem er Regie führen würde. Dem Studio lag ein Roman vor, der in ein Drehbuch umgeschrieben werden musste, der Titel: “Cocoon”. Es war Benedeks Durchbruch in Hollywood.
Was ist es, das einen “Big Player” in Hollywood ausmacht? Keine Attitüde zu haben, meint Benedek. Natürlichkeit ist Trumpf. Er muss es wissen, schließlich arbeitete er mit Regisseuren wie Martin Scorcese, Sidney Pollack und Ron Howard zusammen. Was im Filmbusiness zählt, ist die Fähigkeit, Magie auf die Leinwand zaubern, Filme zu machen, die dem Publikum etwas bedeuten. Und dann sind da natürlich die Big Player in Hollywood, die den perfekten Geschäftssinn haben, und die Macht, Drehbücher Wirklichkeit werden zu lassen: Menschen, die Mut und Erfindergeist besitzen.
Benedek hat sich vor einiger Zeit wieder auf die Schulbank gesetzt, um zu lernen, wie man einen Roman schreibt – sein erster Roman steht kurz vor der Veröffentlichung. Zudem schreibt er mit einem Drehbuchautor aus Chicago an einem neuen Drehbuch. Und er hat eine ungewöhnliche Kunstform entwickelt: er verbrennt, begräbt, “erschießt”und zerteilt alte Drehbücher, um sie dann als Kunstwerke zu fotografieren.
Die Frage, ob dies aus Frustration geschieht, verneint er heftig.
Er sei verliebt in geschriebene Worte, meint er, und spiele mit dem gedruckten Wort, mit Licht und Schatten, Feuer, Wasser und Erde, um neue Ausdrucksformen zu erforschen und zu erschaffen.
Kein Zweifel – Benedek ist alt genug, zu wissen, dass Liebe Neuerungen mit sich bringen muss.



Dana Heidner is a muli-cultural German living in L.A. with a passion for art, wellness and pop culture as well as a love for good food, fast cars, fashion and... shoes.






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