
Manchmal passiert es, dass einem ein Buch in die Hände gelangt, das für einen den Nagel auf den Kopf trifft. So geschah es mir mit “Spirituell & erfolgreich”, letzten Monat erschienen im Schirner Verlag. Es ist das erste “spirituelle” Buch des deutschen Autors Hubert Kölsch. Kölsch hat einen Schreibstil, der eine breite Masse anspricht, ohne an intellektuellem Niveau zu verlieren. Man hat das Gefühl, ein guter Freund spricht zu einem, der einem Gedankenansätze gibt.
Leute, die erklärte Atheisten sind, werden Probleme mit dem Wort “Gott” haben, das in dem Buch vorkommt. In dem Fall steht es jedem frei, dieses Wort mit einem Platzhalter zu belegen: sei es “der große Pupah”, das Universum, die Intelligenz dessen, was in allem Lebenden wirkt. Denn das da wohl etwas ist hinter all dem, das wird vielen, die genau hinsehen mehr und mehr bewusst.
Wie auch immer, ich selbst kenne das Gefühl, aus Käfigen auszubrechen, sehr gut. In verschiedenen Lebensphasen war dies etwas, was einfach notwendig war: wenn du unzufrieden bist, musst du deine Situation verändern, und das heißt manchmal “ins Ungewisse springen”. Interessanterweise erlebe ich gerade mal wieder so eine Situation. Und ich kann Ihnen sagen: irgendwas liegt in der Luft.
Ich kenne viele, viele Beispiele aus meinem Bekannten-, Freundes-, und Kollegenkreis, die gerade ebenfalls massive Veränderungen erleben – sei es im privaten, familiären oder beruflichen Bereich.
Wir wissen alle, dass auf die Euphorie des Wandels Zeiten folgen können, die einen besorgt machen können, weil eben soviel im Unklaren liegt. Dennoch—wenn man mal aus dem Käfig ausgebrochen ist, ist es keine Frage, wohin die Reise geht: vorwärts immer, rückwärts nimmer. (Hallo Ossis;)
Hier also ein Auszug aus Hubert Kölschs Buch, mit freundlicher Genehmigung des Autors und seines Verlages.
“An einem herrlichen Sommernachmittag saß ich mit meinem Freund Michael im Schatten auf einem Baumstamm. Wir genossen es, uns über Ideen und Gedanken aus der Welt der Spiritualität, oft ohne ein spezielles Thema, auszutauschen. Das Erstaunliche dabei war, dass dadurch sehr intensive Gespräche entstanden. Vermutlich, weil wir in diesen Momenten nichts erwarteten und bereit waren, die Gedanken durch uns fließen zu lassen.
Plötzlich entstand eine Pause in unserem Gespräch und wir schwiegen eine Zeit lang. Nach einigen Minuten hörte ich Michael sagen: »Ja, der Mensch … ein grenzenloses Wesen in einem Käfig aus Gedanken.« Dann war wieder Stille, und ich war sprachlos.
Besser kann man den Themenbereich über die Kraft der Gedanken, Dualität und Kontrolle des Ego nicht beschreiben und in einem Satz zusammenfassen.
Der Mensch ist in seinen Potenzialen grenzenlos. Wir haben alle Möglichkeiten, wenn wir uns auf unseren göttlichen Ursprung besinnen und mit unerschütterlichem Vertrauen unser Leben manifestieren.
Warum also geht der Mensch freiwillig in den Käfig der Gedanken?
Es wäre einfacher, wir benutzten unser höchstes Potenzial und erschüfen eine Welt mit Liebe und Frieden. Wir haben uns jedoch entschieden, auf dieser Erde an der Dualität teilzunehmen. Diese setzt aber Gegensätze voraus, sonst funktioniert sie nicht. Damit wir also in unserer Aufgabe erfolgreich sein können, müssen wir zunächst den Käfig akzeptieren, weil er den Gegenpol zu unseren unbegrenzten Möglichkeiten darstellt. Dann beginnt die Arbeit jedes Einzelnen, damit die Entwicklung möglich wird.
Schritt für Schritt beginne ich, mich wieder daran zu erinnern, dass ich ein göttliches Wesen bin, und die Türe des Käfigs öffnet sich. Ich bin erstaunt und wage es nicht zu glauben, dass ich dies erschaffen habe, und bleibe in meinem Käfig mit offener Türe sitzen. Eines Tages sehe ich, wie andere Menschen ihre Käfige verlassen und sich entfernen. Skeptisch denke ich, dass es besser ist, erst einmal abzuwarten, ob das gut geht. Tatsächlich kommt nach einiger Zeit der eine oder die andere zurück, geht wieder in den Käfig, und bei manchen geht die Türe sogar wieder zu. »Prima«, denke ich mir, »da lobe ich mir doch meinen Käfig mit offener Türe, da habe ich wenigstens theoretisch die Möglichkeit hinauszugehen.«

Hubert Kölsch, Autor
Schließlich werde ich im Laufe der Zeit nachdenklich, weil zwar immer wieder einmal Menschen in ihre Käfige zurückkehren, jedoch immer mehr Käfige leer bleiben. Ich werde misstrauisch, denn schließlich will ich ja nichts versäumen. Also taste ich mich vorsichtig an meine Käfigtüre heran, trete hinaus, bleibe aber vorsichtshalber einmal vor der offenen Käfigtüre sitzen. Schließlich weiß man ja nie, wie die Luft da draußen ist. Doch das Leben außerhalb des Käfigs ist sehr angenehm, und ich verfüge plötzlich über Möglichkeiten, die ich mir immer gewünscht habe. Es geschehen sogar Dinge, die ich als Zufälle und Wunder bezeichne, weil diese jahrzehntelang im Käfig nicht passiert sind. Ich gewöhne mich an die neue Energie und beginne, mit ihr zu arbeiten. Doch plötzlich bemerke ich, dass nicht nur Wunder geschehen, sondern auch negative Dinge in mein Leben kommen, die mir im Käfig nicht zugestoßen sind. Vorsichtshalber begebe ich mich auf den Rückzug.
Doch jetzt geschieht etwas Merkwürdiges: Wer einmal aus dem Käfig herausgekommen und mit der neuen Energie in
Verbindung getreten ist, wird diese letztlich immer wieder suchen. Noch ist die Türe offen, und nun kommt der Moment, in dem Entwicklung geschieht. Der Druck ist hoch, ich bin mit meinem Käfigleben nicht mehr zufrieden, jedoch beherrscht mich große Angst und Ungewissheit darüber, wie das Leben draußen sein wird. Das Leben außerhalb des Käfigs ist um ein Vielfaches interessanter. Es gibt mehr Möglichkeiten, weil sich die Gedanken und Emotionen viel schneller manifestieren. Dadurch entsteht eine besondere Verantwortung für die eigenen Gedanken und für die Auseinandersetzung mit den persönlichen Schattenseiten. Wenn wir den Käfig verlassen haben, gibt es keine Ausreden mehr. Das ist wirklich eine besondere Herausforderung.
Jetzt ist der Moment gekommen, für den die Dualität geschaffen wurde.
Bleibe ich im Käfig oder verlasse ich ihn endgültig?
Ich kann die Türe wieder schließen und sagen, dass noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen ist, oder ich springe mutig aus dem Käfig heraus. Das ist der Punkt der Entscheidung, nach dem ich nicht mehr zurückkann.
Es gibt keine Entschuldigungen mehr. Mein Käfig bleibt leer, und ich werde nicht mehr zurückkommen können und letztlich auch nicht wollen. Diese Freiheit bedeutet aber nicht, dass in meinem Leben jetzt Milch und Honig im Überfluss vorhanden sind. Im Gegenteil, es kann sogar sein, dass ich mehr Schwierigkeiten habe als jemals zuvor, weil sich jetzt nach vielen Jahren auch mein Ego in Freiheit wähnt und diese genießen will. Mit anderen Worten: Es geht erst richtig los.
Schritt für Schritt lerne ich, mit der Fähigkeit umzugehen, mich mit der Kraft meiner Gedanken und Emotionen direkt beim universellen Kraftwerk Gottes einzuloggen. Woher weiß ich aber, ob ich wirklich aus dem Käfig herausgetreten bin und ihn hinter mir gelassen habe?
Es war meine Intention,
die diesen Prozess angestoßen hat.
Dies kann eine bewusste, freiwillige Entscheidung gewesen sein oder ein Entschluss, den ich durch den Druck der Lebenssituation gefasst habe. Ist die Dualität nun aufgehoben? Nein, das wäre zu einfach.
Die Dualität manifestiert sich auch weiterhin in meiner Entscheidung, die ich durch meine Gedanken und Emotionen erschaffe. Eine große Gefahr, in die ich mich außerhalb des Käfigs begeben kann, ist die, Menschen zu beurteilen, die sich entschieden haben, in ihren Käfigen zu bleiben, oder die gerade dabei sind, diese zu verlassen. Es gibt nicht »weiter entwickelt« oder »noch nicht so weit«, nicht »höher schwingend« oder »spirituell fortgeschritten«. Es besteht immer nur die für jeden Menschen aktuell persönlich richtige Situation und Herausforderung. Es sollte auch keine Die-anderen-haben-es-leichter-als-ich-Bewertungen geben. Jeder Mensch hat die gerade für ihn anstehenden Aufgaben zu lösen.
Damit wir uns in der Dualität sinnvoll entwickeln können, hat jeder von uns für seine Reise auf dieser Erde einen Vertrag abgeschlossen. Dieser beinhaltet die Herausforderungen, Aufgaben und Prüfungen, denen wir uns stellen wollen, sowie die Personen, die uns dabei helfen.
Bitte bedenken Sie, dass wir kaum unseren eigenen Vertrag kennen, wie sollen wir dann über den Vertrag anderer urteilen können, bloß weil er oder sie nicht unseren Vorstellungen entspricht. Jeder von uns kommt immer wieder in seinem Leben an den Punkt, andere Menschen zu bewerten oder zu beurteilen.
Bitte erinnern Sie sich daran,
dass Sie den Vertrag der Person nicht kennen.
Senden Sie stattdessen diesem Menschen das Beste, was Sie können: Liebe, Licht, Energie, Engel, Gottes Hilfe, sodass sie ihren eigenen Vertrag erfüllen können.
Alle Menschen in unserem Leben sind Protagonisten, die uns dabei helfen, unseren Vertrag zu erfüllen und unsere Potenziale zu nutzen. Da gibt es Hauptrollen, Nebenrollen, Statisten, Böse und Gute. Mit unserem freien Willen laden wir auch noch Menschen aus dem Publikum zum Mitspielen ein. Versuchen Sie daher, die Menschen in Ihrem Leben als Helfer zu sehen, die Sie darin unterstützen, Ihre Aufgaben zu erkennen und zu lösen.
Ich bin mir bewusst, dass dies für jeden von uns eine große Herausforderung ist, und auch ich stoße immer wieder an meine Grenzen, ringe mit meinem Ego. Jedoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass es mir besser geht, sobald ich die Dualität dahinter verstehe, sie anerkenne und mich immer wieder daran erinnere.
Die Fähigkeit, das Prinzip der Dualität zu erkennen und den Käfig der Gedanken zu verlassen, hat mein Leben grundlegend verändert. Dadurch kann ich in mir selbst Lösungen für Schwierigkeiten in meinem Leben finden und meine göttlichen Eigenschaften nutzen.
Meinem Freund Michael habe ich begeistert berichtet, dass mich unser Gespräch für ein Kapitel in meinem Buch inspiriert hat. Monate später erzählte er mir von einem Gedicht, das er über den Menschen auf dem Weg zur Freiheit geschrieben hat. Er wollte es mir schicken.
Einige Wochen gingen ins Land. Dann bekam von ihm eine E-Mail mit dem Gedicht und der Erlaubnis, es in meinem Buch zu veröffentlichen. Dankbar und gerne nahm ich dieses Angebot von meinem Freund aus vielen vergangenen Zeiten an.
So schließt sich in diesem Kapitel der Kreis, der einst mit unserem Gespräch an einem sonnigen Nachmittag begann.”
Das Buch kann entweder direkt beim Verlag (hier klicken) oder bei Amazon bestellt werden. Hier geht es zu Hubert Kölschs Webseite.
Dana Heidner is a muli-cultural German living in L.A. with a passion for art, wellness and pop culture as well as a love for good food, fast cars, fashion and... shoes.





